Projektreportage

Grafrath, 12. Oktober 2017

Die letzte Instanz in einer durchgeplanten Gebäudeeffizienzkette, wie überschüssige Wärme an anderer Stelle sinnvoll eingesetzt wird und was passiert, wenn diese Abnehmer gesättigt sind.

Effizienz und Nachhaltigkeit werden in der Gebäudeplanung immer wichtiger werdende Voraussetzungen. Nicht nur, weil diese die Grundlagen vieler imagebildenden Zertifizierungen wie z.B. Lead sind, sondern auch, weil die daraus entstandenen Betriebskostensenkungen einen Mehrwert für den Betreiber darstellen und letztendlich auch ein Plus an Komfort für die Menschen im und um das Objekt

Eine bauliche Revitalisierung für mehr Effizienz

Genossenschaft Migros Zürich Projekt „Santer“ ist Vorreiter für die effiziente Wärmerückgewinnung in ihrer Gebäudekonzeption. In jüngster Vergangenheit hat die Hauptzentrale für den Raum Zürich eine bauliche Revitalisierung erfahren. Dabei wurde die kältetechnische Anlage der Kühlzonen der Milch- und Fleischdistribution rundum erneuert. Ziel war es, die Wärme abzuführen und gleichzeitig an anderer Stelle sinnvoll einzusetzen. So wird die Wärme zunächst von einer Wärmepumpenanlage wiederverwendet, um Warmwasser zu erzeugen, um die Heizung zu versorgen oder zur Entfrostung der zur Kühlung verbauten Luftkühler. Wird auch hier keine Wärme mehr benötigt, finden zur Sicherstellung der Kühlleistung sechs Rückkühler der Firma CABERO Wärmetauscher ihren Einsatz.

Die Funktionsweise eines Rückkühlers

Herzstück eines Rückkühlers ist der Wärmetauscherblock, der aus parallel angeordneten Lamellen besteht. Durch diese Lamellen verlaufen Rohre, die das Kältemittel, hier ein Wasser-Glykol-Gemisch, durch den Wärmetauscherblock leiten. Ventilatoren saugen die Umgebungsluft durch die Lamellen und sorgen so dafür, dass dem Wasser-Glykol-Gemisch Wärme entzogen wird. Dieser Vorgang funktioniert nach dem Kreuzgegenstromprinzip. Das Medium tritt mit einer deutlich tieferen Temperatur aus dem Rückkühler aus.

Höhere Umdrehungszahlen der Ventilatoren steigern den Luftvolumenstrom und haben dadurch positiven Einfluss auf die Kühlleistung. Durch das Sättigen der Luft anhand von adiabatischen Sprühsystemen vor Eintritt in den Wärmetauscher kann die Kühlleistung weiter gesteigert werden bzw. die gleiche Kühlleistung bei höheren Umgebungstemperaturen erzielt werden.

Von der Planung bis zum Einsatz: Die perfekte Geräteauswahl

Vier Trockenrückkühler sowie zwei adiabatische Rückkühler wurden in der Gesamtanlage verbaut, um gerade in Sommerzeiten die Temperaturspitzen aufzufangen und die Wärme abzuführen, wenn kein Bedarf besteht. Aber auch hier wurde an Effizienz gedacht: Wirtschaftliche EC-Ventilatoren erzeugen bei geringerer Stromaufnahme und weniger Schall einen höheren Luftvolumenstrom als vergleichbare AC-Ventilatoren. Die verbauten Goldlacklamellen in den adiabatischen Rückkühlern sind resistenter gegen Spaltkorrosion als andere Ausführungen und sorgen somit für mehr Langlebigkeit.

Die Sonderfarbe RAL 9006 Weißaluminium ist an die Fassade des Objektes angepasst und fügt sich so optisch perfekt in das Gesamterscheinungsbild ein. Um auch den lebhaften Betrieb des Anlieferungszentrums nicht zu stören, wurde die Anlieferung der Geräte auf einen Samstag gelegt. Migros und auch die Planer wurden in die CABERO Werke nach Ungarn eingeladen, um vor Ort eine Werksabnahme vorzunehmen. Die beiden nahe gelegenen Städte Kaposvár und Mágocs sind unter anderem Produktionsstandorte der Firma, die genau nach den Anforderungen der Betreiber geplante Individuallösungen umsetzen. Dabei ergänzen sich die beiden Werke im Charakter perfekt. Während das eine seit mehreren Generationen existiert und mit langjährigen Mitarbeitern und deren Erfahrungsschatz produziert, steht das andere mit jungen Nachwuchskräften für Innovationen und Modernität. Der strategische Mix sorgt dafür, dass beide Seiten voneinander lernen und teilen. Die Erfahrungen auf der einen Seite – Innovationen auf der anderen.

Informationen zum Projekt: Michael Bruhn, bruhn@cabero.de, +49 8144 20 400 142

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